FAQ - Frequenzumrichter
Hier finden Sie hilfreiche Tipps und FAQ's zum Thema Frequenzumrichter. Zum Beispiel Frequenzumrichter einstellen und parametrieren. Dies betrifft die Frequenzumrichter-Modelle ST8100, ST8100 G1, ST8600, ST7600 und ST7800. Frequenzumrichter richtig zu parametrieren kann je nach Anwendung mehr oder weniger Parameter erfordern. Dieses FAQ bietet nicht nur Antworten auf alle Fragen der Parametrierung, sondern auch Antworten auf Fragen zum Thema richtige Dimensionierung des Frequenzumrichters in Bezug auf Ihren Motor. Schlagen Sie gerne weitere Fragen vor unter:
Frequenzumrichter ST8100

1 - Warnleuchte 230 V z.B. Überstrom - Wie anschließen?
Lösung: Eine Warnlampe mit 230 V muss extern versorgt werden. Die Warnlampe und der Frequenzumrichter werden dann in Reihe geschaltet. Damit die Lampe bei einer Störung aufleuchtet, wird Sie an TA1 und TCI angeschlossen. Die Funktion kann anschließend mit o23 parametrisiert werden. Für die Überstrom-Störung wird der Parameter o23 auf 2 gesetzt.
2 - Frequenzverläufe mit ext. Potentiometer - Was muss ich einstellen?
Sie können für zwei Potentiometerstellungen enstprechende Frequenzen zwischen -100 und 100 Prozent der Maximalfrequenz zuordnen. Dadurch sind sehr variable Frequenzverläufe einstellbar.
Zunächst legen Sie die Hilfseinstellart der Frequenz auf externe Analogeinstellung (F03) fest. Die Einstellung für den Potentiometer ändern Sie anschließend in der Funktionsgruppe o00-o11.
Beispiel: das Potentiometer (an AI1) soll bei 0% eine minimale Einstellfrequenz von 10 Hz und bei 80% eine maximale Einstellfrequenz von 45 Hz haben. Wenn die maximale Frequenz des Umrichters 50 Hz ist, sind folgende Einstellungen vorzunehmen:
o00 = 0, o01 =80
o06 = 10*100/50 = 20, o07 = 45*100/50 = 903 - Betrieb mit Minimalfrequenz - Was muss ich tun?
Soll der Motor mit einer bestimmten Minimalfrequenz weiterlaufen?
Setzen Sie F13 (Frequenzuntergrenze) zwischen 0 Hz und eingestellter Maximalfrequenz. Bei dieser Einstellung läuft der Motor kontinuierlich mit der eingestellten Minimalfrequenz weiter.
Dieser Parameter sollte nicht mit dem Parameter F25 (Minimale Betriebsfrequenz) verwechselt werden. Die Reglerfreigabe oder der Motor wird hier automatisch ausgeschaltet, wenn die Einstellfrequenz von F25 erreicht wird.
Es ist zu beachten, dass die minimale Betriebsfrequenz eine höhere Priorität besitzt als die untere Grenzfrequenz.
4 - "CoF" wird angezeigt - Was muss ich ändern?
Wenn das Display des Frequenzumrichters -CoF- anzeigt, liegt das i.d.R. an der Verbindung Umrichter / Bedienteil. Dies kann folgende Ursachen haben:
a) als Verlängerungskabel wurde ein sogenanntes "Crossover" RJ45 Netzwerkkabel verwendet
b) das Kabel zur Verlängerung des Bedienteils wurde selber angefertigt und ggf. ein Pin vertauscht.
Lösung: Bitte stecken Sie das Bedienteil direkt auf den Umrichter und prüfen Sie die Funktion erneut. Ist der Fehler damit behoben, tauschen Sie das Verbindungskabel aus. Besteht der Fehler weiterhin, wenden Sie sich an das Sourcetronic Team.
5 - "E.OCP" wird angezeigt - Was muss ich ändern?
Wenn das Display des Umrichters E.OCP anzeigt, ist ein plötzlicher Überstrom geflossen. Der Umrichter hat die Reglerfreigabe entfernt, um sich und den Motor zu schützen. Ein Grund dafür kann eine zu schwere Last am Motor sein, wodurch ein zu hoher Anfahrt-Strom fließt.
Lösungen:
a) Verlängerung der Startrampe (F09)
b) Einstellung des Motornennstroms überprüfen (b01)
c) Parameter für Drehmoment-Boost prüfen (F07)
6 - Pfeifende Geräusche vom Motor - Was kann ich tun?
Wenn der Motor bei Verwendung eines Frequenzumrichters pfeifende Geräusche von sich gibt oder zu Vibrationen neigt, kann dies mit der Trägerfrequenz des Umrichters zusammenhängen.
Lösung: Trägerfrequenz der Leistung bzw. Applikation des Motors anpassen. Verändern Sie hierzu den Parameter F16. Unter F16 finden Sie in der Bedienungsanleitung eine Tabelle mit Eckdaten. Sollten diese Einstellungen das Problem nicht beheben, wenden sie sich gerne an den Sourcetronic Support.
7 - Parameterübertragung zum Bedienteil - Was muss ich tun?
Um alle Parameter, die im Frequenzumrichter gespeichert sind, auf den Speicherplatz des Bedienteils zu übertragen, muss wie folgt vorgegangen werden:
1. Zur Parametergruppe -y09- wechseln
2. Zum Parameter y01 wechseln
3. y01 auf 1 setzen, damit die aktuellen Parameter aus dem Frequenzumrichter auf einen Speicherplatz des Bedienteils übertragen werden. (Das Bedienteil besitzt 4 Speicherplätze für verschiedene Parametersätze)
4. Auf dem Dispay des Umrichter läuft eine Zahl von 0 bis 100.
5. Nachdem 100% der Parameter kopiert wurden kehrt der Umrichter auf den Parameter y01 zurück.
Um Parameter aus dem Bedienteil auf den Umrichter zu übertragen, muss analog zu den oben genannten Schritten vorgegangen werden, nur das nicht der Parameter y01 sondern y00 verwendet werden muss.
8 - Externes Potentiometer - Welches ist kompatibel?
Als externes Potentiometer, das an den Klemmen AI1, +10 und GND angeschlossen wird, eignen sich alle mit einem Widerstand von 1kΩ und einer Leistungsaufnahme von 2W.
9 - Start- und Stoprampen - Wie werden sie eingestellt?
Die Parameter für die Start- und Stoprampe befinden sich in der -F00- Parametergruppe. Die Startrampenzeit ist dabei unter F09 und die Stoprampenzeit unter F10 gespeichtert. Die Werkseinstellung beider Parameter beträgt 10 Sekunden.
10 - Digitale Eingänge - Was kann man wie anschliessen?
Die digitalen Eingänge des ST8100 ermöglicht die Steuerung des Umrichters mit der Hilfe von Sensoren, Schaltern, SPSen etc. Zum Anschluss werden die Klemmen DI1 bis DI8 verwendet.
Für jede dieser 8 Klemmen können bis zu 68 Unterschiedliche Funktionen parametriert werden, die durch einen Steuerimpuls am Eingang ausgelöst werden.
Der Sensor oder Schalter wird dann zwischen der jeweiligen Eingangsklemme und COM angeschlossen.
Die Funktionen sind bei folgeden Parametern zu parametrieren:
Klemme Parameter Beschreibung DI1 o36 Digitaleingang DI2 o37 Digitaleingang DI3 o38 Digitaleingang DI4 o39 Digitaleingang DI5 o40 Digitaleingang DI6 o41 Digitaleingang DI7 o42 Digitaleingang DI8 o43 Digitaleingang Ob die digitalen Eingänge entweder auf Pegel oder eine fallende bzw. steigende Flanke reagieren sollen, kann bei Parameter o35 eingestellt werden.
11 - Analoge Sensoren - Wie werden diese angeschlossen und parametriert?
Es gibt eine Vielzahl von Sensoren (z.B. Drucksensoren, Durchfluss, Temperatur, ...), die Ihre Messergebnisse in Form von analogen Signalen ausgeben. Der ST8100 Frequenzumrichter besitzt drei analoge Eingänge mit den Klemmen AI1, AI2, AI3 und GND.
Der Umrichter akzeptiert an diesen Klemmen:
- -10V bis +10V Gleichspannung
- 0mA bis 20mA Gleichstrom
Einstellungen für die Analogeingänge befinden sich unter den Parametern o00 - o14. Diese Einstellungen beinhalten die Reaktionszeit auf eine Veränderung an den Klemmen (o12, o13, o14), sowie die Einstellungen der Spannungswerte und der dazugehörigen Frequenzwerte.
Die Signale an den Klemmen können dann, je nach Applikation, dazu verwendet werden, den Umrichter zu steuern. Zum Beispiel kann man eine Eingangsspannung von 0V-10V dazu verwenden, die Sollfrequenz zu verändern.
Der benötigte Parameter ist F02, der dann für den jeweiligen Eingang auf "1", "2" oder "3" gesetzt werden muss.
12 - Fehlermeldung "EOU" (Überspannung) - Was kann man tun?
Wenn auf dem Display des Frequenzumrichters die Fehlermeldung E.OU erscheint, handelt es sich um eine Überspannung. Diese kann z.B. durch große Lasten am Ausgang hervorgerufen werden:
Ursache: Große Last am Motor und starkes Bremsen führt zum generatorischen Betrieb des Motors, wodurch die überschüssige Energie zurück in den Umrichter gespeist wird. Diese Energie führt zur Überspannung im Umrichter.
Lösung: Um zu verhindern, dass der Motor die Last zu schnell abbremst, kann die Verzögerungszeit (Parameter F10) verlängert werden. So wird die Menge der Energie, die in kurzer Zeit in den Umrichter gespeist wird, verringert. Sollte, trotz dieser Maßnahme, immer noch eine Überspannung auftreten oder eine längere Verzögerungszeit nicht möglich sein, ist die Verwendung eines Bremswiderstandes bzw. einer Bremseinheit sinnvoll, um die Spannung im Zwischenkreis zu regulieren.
13 - Pumpensteuerung - Wie wird ein ST8100 parametriert?
Um den Frequenzumrichter als Pumpensteuerung zu verwenden, an dem z.B. ein Drucksensor zur Übermittlung des "Istdrucks" verwendet wird, werden folgende Parameter benötigt:
Parameter Wert Beschreibung E00 1 Lasttyp auf Pumpe umstellen F01 0 Zielfrequenz auf 0Hz stellen F02 0 Frequenzsteuerung über Analogeingang AI1 F03 7 Hilfssteuerung der Frequenz auf PID umstellen F04 2 Signal für Hauptfrequenz und Hilfsfrequenz werden addiert F05 1 Steuerung durch Terminals / Klemmen erlauben P00 0000 PID Konfiguration P02 1-3 Eingang für Rückkopplungssignal auf AI1 / AI2 / AI3 legen P03 0-6 Sollwertvorgabe über Bedienfeld/Poti/etc... E01 10 Druckabweichung in [%] vom Sollwert, bei der die Pumpe anlaufen soll E02 5.0 Zeitverzögerung bei Anlauf der Pumpe wenn Druckabweichung > E01 E03 15.0 Stopfrequenz bei der der Umrichter in den Standby schaltet. E04 5.0 Zeitverzögerung bis einschalten des Standby E05 90.0 Obere Druckgrenze erreicht in [%] E06 10.0 Untere Druckgrenze erreicht in [%] 14 - 300 Hz Zielfrequenz - Wie stellt man diese ein?
Um die Zielfrequenz des Umrichters auf 300Hz einzustellen, werden drei Parameter benötigt:
- F12 = 300.0 (Setzt die maximale Ausgabefrequenz des Umrichters auf 300Hz)
- F14 = 300.0 (Setzt die maximal erlaubte Frequenz im Betrieb auf 300Hz)
- F01 = 300.0 (Setzt die Zielfrequenz auf 300Hz)
15 - Leistungsklasse - Welches Modell benötige ich?
Im Regelfall sollte die Leistungsklasse des Umrichters der des Motors entsprechen. Im Fall von Schweranlaufmotoren kann es notwendig sein, die Leistung des Frequenzumrichters größer zu dimensionieren.
Steht ein 2-phasiges 230V Netz zur Verfügung muss ein ST8100-G1 verwendet werden. Bei einem 3-phasigen 400V Netz muss dagegen ein ST8100-G3 verwendet werden.
16 - Zielfrequenz einstellen - Wie geht das (Einführung)?
Um die Zielfrequenz von F01=50.00Hz (Werkseinstellung) auf z.B. F01=25.00Hz umzustellen, gehen sie wie folgt vor:
- Im Überwachungsmodus (Modus, der nach Anschalten des Umrichters aktiv ist) muss die PRG - Taste gedrückt werden, um zu den Parametergruppen zu gelangen
- Danach erscheint im oberen und unteren Display "-F0-", wobei es sich um die Parametergruppe handelt
- Da der Parameter F01 geändert werden soll, ist die Parametergruppe "-F0-" korrekt
- Um in die Parametergruppe F01 zu gelangen, kann entweder das Bedienfeldpotentiometer oder die PRG - Taste gedrückt werden
- Auf dem oberen Display erscheint eine "0" und auf dem unteren Display F00
Das obere Display gibt somit den im Parameter F00 abgespeicherten Wert wieder. Das untere Display gibt den aktuell gewählten Parameter F00 wieder - Um jetzt den Parameter F01 auszuwählen, wird das Bedienfeldpotentiometer nach rechts gedreht, bis im unteren Display die F01 erscheint
- Das obere Display zeigt nun, die vom Werk eingestellte Zielfrequenz von 50.00Hz
- Um die Zielfrequenz von 50.00Hz auf 25.00Hz zu ändern, muss erneut die PRG-Taste gedrückt werden
- Im oberen Display blinkt jetzt die zweite Nachkommastelle
- Durch erneutes drücken der PRG - Taste kann durch die einzelnen Stellen gewandert werden
- PRG - Taste solange drücken, bis die 1er-Stelle blinkt
- Jetzt das Bedienfeldpotentiometer solange nach links drehen bis das Display 25.00Hz zeigt
- Um den Wert abzuspeichern muss nur noch die SET - Taste gedrückt werden
- Die Speicherung der Frequenz war erfolgreich, wenn das Display nicht mehr blinkt
- Durch 2-maliges betätigen der ESC - Taste kehrt der Umrichter in den Überwachungsmodus zurück
- Das obere Display zeigt jetzt 25.00Hz und das untere zeigt 0.00 was der Ist-Frequenz des Motors entspricht
17 - Erstinbetriebnahme - Was muss ich beachten?
Vor der Inbetriebnahme eines Frequenzumrichters, sollten unbedingt die Motornenndaten des verwendeten Motors in den Umrichter programmiert werden. Diese Motordaten finden sich auf dem jeweiligen Typenschild des Motors.
Beispiel eines Typenschildes das zu einem Drehstromasynchronmotor gehört:
Die benötigten Parameter befinden sich in der -b- Parametergruppe. Es handelt sich dabei um die Parameter b00 bis b04.
- Nennspannung (b02): 230V (Dreieckschaltung) / 400V (Sternschaltung)
- Nennfrequenz (b00):50Hz
- Nennstrom (b01):3,98A (Dreieckschaltung) / 2,30A (Sternschaltung)
- Nenndrehzahl (b04):1385 U/min
18 - Werkseinstellungen - Wie setze ich den Umrichter zurück?
Um den Frequenzumrichter ST8100 wieder auf Werkseinstellungen zurückzusetzen, muss der Parameter y00=5 gesetzt werden.
Der Parameter y00 befindet sich in der y9 Parametergruppe. Durch drücken der PRG - Taste gelangen Sie ins Menü der Parametergruppen.
Um in die Parametergruppe y9 zu gelangen, muss das Potentiometer solange gedreht werden bis auf dem oberen Display "y9" erscheint. Durch drücken des Potentiometers gelangt man in die "y9" Parametergruppe.
Da der erste Wert der Parametergruppe y00 ist, kann erneut das Potentiometer oder die PRG - Taste gedrückt werden, sodass im unteren Display y00 steht und im oberen Display eine "0" blinkt.
Durch drehen des Potentiometers muss der Wert auf "5" geändert werden. Nach Bestätigen durch Drücken der SET - Taste hört die "5" auf zu blinken.
Nach einer Zeit von circa 3 Sekunden ändert sich der Wert "5" automatisch wieder auf "0".
Jetzt befindet sich der Umrichter wieder im Werkszustand.
19 - Potentiometer - Wie wird es angeschlossen?
Verbinden Sie Ihr Potentiometer mit den Klemmen AI1, +10V und GND .
Damit die Zielfrequenz über das Potentiometer geregelt werden kann, müssen folgende Parameter geändert werden:
F02=1 (Frequenzsteuerungsmodus auf AI1)
F05=1 (Steuerungsmodus auf Terminalklemmen)20 - Frequenz über Bedienfeldpotentiometer - Welche Einstellung ist erforderlich?
Um bei laufendem Motor die Zielfrequenz mit dem Bedienfeldpotentiometer zu ändern, muss nur ein Parameter geändert werden:
F02=4 (Frequenzsteuerungsmodus auf Bedienfeldpotentiometer)21 - Vorwärts, Rückwärts, Stopp - Welche Parameter und Klemm-Belegung?
Der Frequenzumrichter ST8100 besitzt die Klemmen DI1, DI2 und DI3 mit denen der Umrichter über Steuerimpulse oder einfache Taster in den Vorwärts- und Rückwärtsbetrieb geschaltet werden kann. Damit der Umrichter die Steuerimpulse der Klemmen akzeptiert, muss zunächst F05=3 gesetzt werden.
Klemm-Belegung und Parametrierung im Einzelnen:
F05=3 (Steuerungsmodus auf Klemmen / Terminals)
F45=0100 (erlaubt den Vorwärts- und Rückwärtsbetrieb)
o36=1 (Digitalen Eingang DI1 – Steuerbefehl Vorwärts)
o37=2 (Digitalen Eingang DI2 – Steuerbefehl Rückwärts)
o38=3 (Digitalen Eingang DI3 – Steuerbefehl Stopp)Der Taster zum Schalten in den Vorwärtsbetrieb muss nun zwischen den Klemmen DI1 und COM angeschlossen werden.
22 - Auto Vorwärts - Wie läuft der Umrichter nach dem Anschalten automatisch vorwärts?
Damit der Umrichter nach dem Wiedereinschalten, z.B. nach einem Stromausfall oder einer Abschaltung, automatisch in den Vorwärts- oder Rückwärtsbetrieb geht - ohne das die FWD Taste gedrückt werden muss - müssen folgende Einstellungen parametriert werden:
Parameter für Gültigkeit von Steuerbefehlen nach Einschaltung:
o35=0010 (Terminalsteuermodus)
Bei diesem Parameter muss darauf geachtet werden, das die 10er Bitstelle auf 1 gesetzt wird.
Weitere benötigte Parameter für die Verwendung Steuerklemme DI1 für den Vorwärtsbetrieb sind:
o36=1 (FWD Zuweisung auf DI1)
F05=1 oder 3 (1=Umrichter akzeptiert Steuerbefehle von Keyboard, Terminal, RS485 / 3=Umrichter akzeptiert Steuerbefehle vom Terminal)
Nachdem der Umrichter parametriert wurde muss noch eine Brücke zwischen DI1 und COM gesetzt werden, um den Vorwärts Befehl auszulösen.
Frequenzumrichter ST7800

23 - Betrieb mit Minimalfrequenz - Was muss ich tun?
Soll der Motor mit einer bestimmten Minimalfrequenz weiterlaufen?
Setzen Sie F16 (Frequenzuntergrenze) zwischen 0 Hz und eingestellter Maximalfrequenz. Bei dieser Einstellung läuft der Motor kontinuierlich mit der eingestellten Minimalfrequenz weiter.
Dieser Parameter sollte nicht mit dem Parameter F22 (Minimale Betriebsfrequenz) verwechselt werden. Die Reglerfreigabe /der Motor wird hier automatisch ausgeschaltet, wenn die Einstellfrequenz von F22 erreicht wird.
Es ist zu beachten, dass die minimale Betriebsfrequenz eine höhere Priorität besitzt als die untere Grenzfrequenz.
24 - OC_P wird angezeigt - Was kann ich ändern?
Wenn das Display des Umrichters OC_P anzeigt, ist ein plötzlicher Überstrom geflossen. Der Umrichter hat die Reglerfreigabe entfernt, um sich und den Motor zu schützen. Ein Grund dafür kann eine zu schwere Last am Motor sein, wodurch ein zu hoher Anfahr-Strom fließt. Mögliche Lösungen sind:
- Verlängerung der Startrampe (F09)
- Einstellung des Motornennstroms überprüfen (b01)
- Parameter für Drehmoment-Boost prüfen (F07)
25 - Frequenz auf 60Hz einstellen - Wie geht das?
Um die Zielfrequenz auf 60.00Hz zu stellen, werden folgende Parameter benötigt:
- F02=60.00Hz (Zielfrequenz)
- F13=60.00Hz (max. Frequenz)
- F17=60.00Hz (Zulässige obere Frequenz)
26 - Externes Potentiometer - Welches ist kompatibel?
Als externes Potentiometer, das an den Klemmen V1 (+10V), V2 (0-10V) und V3 (GND) angeschlossen wird, eignen sich alle mit einem Widerstand von 1kΩ und einer Leistungsaufnahme von 2W.
27 - Start- und Stoprampen - Wie werden sie eingestellt?
Die Parameter für die Start- und Stoprampe befinden sich in der -F00- Parametergruppe. Die Startrampenzeit ist dabei unter F09 und die Stoprampenzeit unter F10 gespeichtert. Die Werkseinstellung beider Parameter beträgt 10 Sekunden.
28 - Digitale Eingänge - Was kann man wie anschliessen?
Über die digitalen Eingänge können Sie Daten von Sensoren einlesen oder Schalter, sowie Speicher-programmierbare Steuerungen (SPS) anschließen. Die Klemmen sind bereits mit Funktionen belegt.
Klemm-Belegung der 7800er Baureihe:
Klemme Funktion Beschreibung FWD Vorwärtsbetrieb F05=1 Trigger auf Flanke, F05=3 Trigger auf Pegel REV Rückwärtsbetrieb F05=1 Trigger auf Flanke, F05=3 Trigger auf Pegel JOG Führt den "JOG" Befehl aus Pegel Trigger, Low=Start JOG-Befehl, High=Stop JOG-Befehl SS1 Geschwindigkeit 1 Parameter F63 für erweiterte Funktionen SS2 Geschwindigkeit 2 Parameter F63 für erweiterte Funktionen SS3 Geschwindigkeit 3 Parameter F63 für erweiterte Funktionen FRE Freier halt Pegel Trigger, Freier halt bei niedrigem Pegel RST Reset Pegel Trigger, Reset wird bei niedrigem Pegel ausgeführt. COM Masse-Klemme Masse für digitale Eingänge Digitale Sensoren und Schalter werden zwischen der Klemme für die gewünschte Funktion und COM angeschlossen.
29 - Analoge Sensoren - Wie werden diese angeschlossen und parametriert?
Es gibt eine vielzahl von Sensoren (Drucksensoren), die Ihre Messergebnisse in Form von analogen Signalen ausgeben. Der ST7800 Frequenzumrichter besitzt vier analoge Eingänge mit den Klemmen V2, VF, I2 und IF
Eigenschaften der Klemmen:
- V2: Eingang für Spannungen von 0V bis 10V DC
- I2: Eingang für Stöme von 0mA bis 20mA DC
- VF: Eingang für Spannungen (Rückkopplung) 0V bis 5V / 0V bis 10V DC
- IF: Eingang für Stöme (Rückkopplung) 0mA bis 20mA / 4mA bis 20mA DC
- Einstellungen für die Analogeingänge befinden sich unter den Parametern o00 - o05. Diese Einstellungen beinhalten die Reaktionszeit auf eine Veränderung an den Klemmen V2 und I2 (o00 und o03), sowie die Einstellungen der Spannungswerte und der dazugehörigen Frequenzwerte.
Die Singale an den Klemmen können dann, je nach Applikation, dazu verwendet werden, den Umrichter zu steuern. Zum Beispiel kann man eine Eingangsspannung von 0V-10V dazu verwenden, die Sollfrequenz zu verändern.
Der benötigte Parameter ist F04, der dann für den jeweiligen Eingang auf "1", "2" oder "3" gesetzt werden muss.
30 - Fehlermeldung "EOU" (Überspannung) - Was kann man tun?
Wenn auf dem Display des Frequenzumrichters die Fehlermeldung E.OU erscheint, handelt es sich um eine Überspannung. Diese Überspannung kann z.B. durch große Lasten hervorgerufen werden:
Ursache: Große Last am Motor und starkes Bremsen führt zum generatorischen Betrieb des Motors, wodurch die überschüssige Energie zurück in den Umrichter gespeist wird. Diese Energie führt zur Überspannung im Umrichter.
Lösung: Um zu verhindern, dass der Motor die Last zu schnell abbremst, kann die Verzögerungszeit (Parameter F10) verlängert werden. So wird die Menge der Energie, die in kurzer Zeit in den Umrichter gespeist wird, verringert. Sollte, trotz dieser Maßnahme, immer noch eine Überspannung auftreten oder eine längere Verzögerungszeit nicht möglich sein, ist die Verwendung eines Bremswiderstandes bzw. einer Bremseinheit sinnvoll, um die Spannung im Zwischenkreis zu regulieren.
31 - Erstinbetriebnahme - Was muss ich beachten?
Vor der Inbetriebnahme eines Frequenzumrichters, sollten unbedingt die Motornenndaten des verwendeten Motors in den Umrichter programmiert werden. Diese Motordaten finden sich auf dem jeweiligen Typenschild des Motors.
Beispiel eines Typenschildes das zu einem Drehstromasynchronmotor gehört:
Die benötigten Parameter befinden sich in der -F74- Parametergruppe. Es handelt sich dabei um die Parameter b01 bis b04.
- Nennspannung (b02): 230V (Dreieckschaltung) / 400V (Sternschaltung)
- Nennfrequenz (b04):50Hz
- Nennstrom (b01):3,98A (Dreieckschaltung) / 2,30A (Sternschaltung)
- Nenndrehzahl (b03):1385 U/min
32 - Pumpensteuerung - Wie wird ein ST7800 parametriert?
Die Parametrierung zur Steuerung eines Pumpenmotors soll anhand des folgenden Beispiels erläutert werden:
Eine Unterwassermotorpumpe fördert Wasser aus einem Brunnen direkt in einen Druckbehälter. In der Zuleitung vor dem Druckbehälter befindet sich ein Druckmessumformer mit einem Spannungsausgang von 0-10V. Die Versorgung des Drucksensors wird über den +24VDC Ausgang am Umrichter realisiert. Am Druckbehälter ist wiederrum eine Beregnungsanlage angeschlossen.
Schaltungsbeschreibung:
Zwischen Frequenzumrichter und Motor ist wegen langer Zuleitung ein EMV-Filter geschaltet. Der Druckmess-umformer ist an der VF Klemme angeschlossen.
Die Spannungsversorgung des Umformers wird mittels der +24 und COM Klemme realisiert.
Parametrierung des Umrichters:
Parameter Wert Beschreibung Y00 1 Alle Parameter auf Werkseinstellungen zurücksetzen F04 7 PID bestimmt die Frequenz F05 1 Steuerbefehle der Terminals / Klemmen akzeptieren F09 5.0 Zeit der Startrampe in Sekunden F10 5.0 Zeit der Stoprampe in Sekunden F15 8.0 Trägerfrequenz des PWM - Signals. Siehe Tabelle auf Seite 39 der Bedienungsanleitung des ST7800. F22 41 Minimalfrequenz des Motors in Hz. F55 1 Erlaubt die Drehrichtungsumkehr des Motors F61 1 Lasttyp des Umrichters auf Pumpe stellen F72 - PRG - Taste betätigen, um in Parametergruppe für PID Einstellungen zu gelangen (P00 - P08) P02 2 Typ des Eingangs auf 0-10V Spannung einstellen P03 3 Eingabe des Solldrucks über Tastenfeld einstellen P04 91 Solldruck prozentual von maximaler Eingangsspannung (10V). 91 = 91% = 9.1 bar P08 300 PID Reaktionszeit nach Fehlererkennung in Sekunden B03 2480 Motornenndrehzahl laut Datenblatt C01 77 Startdruck in % (7.7 bar) C02 48 Stoppdruck in % (4.8 bar) C03 5 Maximale Abweichung der Sollwertfrequenz in Hz 33 - Bremswiderstand/Bremseinheit - Wie werden diese angeschlossen?
34 - Vorwärts, Rückwärts, Stopp - Welche Parameter und Klemm-Belegung?
Der Frequenzumrichter ST7800 besitzt die Klemmen FWD, REV, und COM, mit denen der Umrichter über Steuerimpulse oder einfache Taster in den Vorwärts- und Rückwärtsbetrieb geschaltet werden kann. Damit der Umrichter die Steuerimpulse der Klemmen akzeptiert, müssen folgende Parameter geändert werden:
F05=1 (Steuermodus auf Bedienfeld + Terminal / Klemmen + RS485) oder F05=3 (Steuermodus auf Terminal / Klemmen)
Diese Parameter befinden sich in der Hauptgruppe, da es sich um F Parameter handelt. Nach erfolgreicher Parametrierung akzeptiert der Umrichter Steuerbefehle vom Terminal / Klemmen.
Der Taster für den Vorwärtsbetrieb muss nun zwischen den Klemmen FDW und COM (für den Rückwärtsbetrieb REV und COM) angeschlossen werden.
35 - Potentiometer - Wie wird es angeschlossen?
Verbinden Sie Ihr Potentiometer mit den Klemmen V1 (+10V), V2 und V3 (GND) .
Damit die Zielfrequenz über das Potentiometer geregelt werden kann, müssen folgende Parameter geändert werden:
F04=1 (Spannug an V2 als Steuersignal akzeptieren)
F05=3 (Steuerungsmodus auf Terminalklemmen)36 - Werkseinstellungen - Wie setze ich den Umrichter zurück?
Um den Frequenzumrichter ST7800 wieder auf Werkseinstellungen zurückzusetzen, muss der Parameter y00=1 gesetzt werden.
Der Parameter y00 befindet sich in der F73 System-Parametergruppe. Durch drücken der PRG - Taste gelangen Sie ins Menü der Parametergruppen.
Um in die Parametergruppe F73 zu gelangen, müssen die Pfeiltasten am Bedienfeld benutzt werden, bis im oberen Display PUSH und im unteren Display F73 erscheint. Durch drücken der PRG-Taste gelangt man in die F73 Parametergruppe.
Da der erste Wert der Parametergruppe y00 ist, kann erneut die PRG - Taste gedrückt werden, sodass im unteren Display y00 steht und im oberen Display eine "0" blinkt.
Durch betätigen der Pfeiltaste muss der Wert auf "1" geändert werden. Nach Bestätigen durch Drücken der SET - Taste hört die "1" auf zu blinken.
Nach einer Zeit von circa 3 Sekunden ändert sich der Wert "1" automatisch wieder auf "0".
Jetzt befindet sich der Umrichter wieder im Werkszustand.
37 - Zielfrequenz einstellen - Wie geht das (Einführung)?
Um die Zielfrequenz von F02=50.00Hz (Werkseinstellung) auf z.B. F02=25.00Hz umzustellen, gehen Sie wie folgt vor:
- Im Überwachungsmodus (Modus, der nach Anschalten des Umrichters aktiv ist) muss die PRG - Taste gedrückt werden, um zu den Parametergruppen zu gelangen
- Danach erscheint im oberen und unteren Display "F00", wobei es sich um einen Parameter in der Hauptparametergruppe handelt.
- Da der Parameter F02 geändert werden soll, wird mit Hilfe der Pfeiltasten im unteren Display "F02" eingestellt.
- Das obere Display zeigt nun, die vom Werk eingestellte Zielfrequenz von 50.00Hz
- Um die Zielfrequenz von 50.00Hz auf 25.00Hz zu ändern, muss erneut die PRG-Taste gedrückt werden.
- Im oberen Display blinkt jetzt die zweite Nachkommastelle
- Durch erneutes Drücken der PRG - Taste kann man durch die einzelnen Stellen wandern
- PRG - Taste solange drücken, bis die 1er-Stelle blinkt
- Jetzt muss die "Pfeil nach oben Taste" solange betätigt werden, bis das Display 25.00Hz zeigt
- Um den Wert abzuspeichern, muss nur noch die SET - Taste gedrückt werden.
- Die Speicherung der Frequenz war erfolgreich, wenn das Display nicht mehr blinkt
- Durch 2-maliges betätigen der ESC/DISPL - Taste kehrt der Umrichter in den Überwachungsmodus zurück
- Das obere Display zeigt jetzt 25.00Hz und das Untere zeigt 0.00 , was der Ist-Frequenz des Motors entspricht
38 - Leistungsklasse - Welches Modell benötige ich?
Im Regelfall sollte die Leistungsklasse des FUs der des Motors entsprechen. Im Fall von Schweranlaufmotoren kann es notwendig sein, die Leistung des Frequenzumrichters größer zu dimensionieren.

